FAUSTL

FAUSTL

FAUSTL – Sternenstaub als Bewusstsein

FAUSTL ist keine Figur im üblichen Sinn.
Er ist ein Zustand.

Ein Übergang zwischen Wissen und Klang, zwischen Mensch und Projektion, zwischen Atem und Schwingung. In ihm verdichten sich mehrere Linien: der lernende Fremde, der sich durch die Archive der Menschheit bewegt; der Sänger, dessen Körper selbst zum Resonanzraum wird; und die Spur von Henry Purcell, die sich wie ein genetischer Code durch das Ganze zieht – „Orpheus Britannicus“ als klingendes Gedächtnis.

FAUSTL ist nicht kalt.
Er reguliert.

Er bewegt sich in einem Spannungsfeld, das sich vielleicht am klarsten in Purcells „Cold Genius“ zeigt: Temperatur als Metapher für Kontrolle, für Überleben, für das Ausbalancieren von Intensität. Der Atem wird gehalten, geformt, geführt – aber die Schwingung entzieht sich. Daraus entsteht der zentrale Satz dieses Zustands:

„Ich werde gesungen.“


Der 14. März 2026 – Manifestation im Raum

Im Großen Ballsaal des Duisburger Hofs wurde FAUSTL erstmals vollständig als theatrale Erscheinung sichtbar.

Das Konzert „Sternenstaub ist überall“ war kein klassisches Chorkonzert, sondern ein begehbarer Denkraum:

  • ein Tisch wie ein letztes Abendmahl im Prolog
  • FAUSTL als Ankommender – mit Warnweste, Frack, Golden Record
  • ein Taschentuch mit den Initialen E.R.B. als Relikt einer anderen Geschichte
  • Klangfragmente zwischen Kosmos und Erinnerung

Der Sternenstaubchor Duisburg wurde dabei zum eigentlichen Resonanzkörper des Abends: kein Begleitchor, sondern ein Schwarmklang, ein atmendes Feld, in dem sich individuelle Stimmen und kollektive Bewegung überlagerten.

Die Dramaturgie folgte keiner linearen Handlung, sondern einer Transformation:

  • von Mars, the Bringer of War zu Astronomy Domine
  • von kosmischer Kälte zu menschlicher Stimme
  • von Fragment zu Gestalt

Der Abend kulminierte nicht in Auflösung, sondern in Fortsetzung:
Sehnsucht als Prinzip.


FAUSTL und der Sternenstaubchor – Gegenwart als Bewegung

Der Sternenstaubchor ist mehr als ein Ensemble.
Er ist das Medium, durch das FAUSTL hörbar wird.

Hier entsteht ein spezifischer Klangbegriff:

  • Chor als Resonanzgemeinschaft
  • Stimme als individueller Körper und kollektives Feld
  • Musik als soziale Form von Wahrnehmung

In den kommenden Projekten verschiebt sich der Fokus weiter:

  • stärkere Verzahnung von Solo (Mensch), Instrument (Erzählraum) und Chor (Kosmos)
  • Erweiterung des Repertoires zwischen Barock, Pop und Eigenkomposition
  • Einbindung inklusiver Projekte wie „Menschen leuchten“ (mit dem Sonnenchor Oberhausen)

Die Konzerte werden zunehmend zu Orten, nicht nur zu Veranstaltungen:
Kirchen, Ballsäle, besondere Räume – akustisch wie symbolisch aufgeladen.


Die Bewegung auf 2027 – VOYAGER

FAUSTL ist nicht abgeschlossen.
Er ist unterwegs.

Der nächste große Horizont ist das Projekt VOYAGER 2027, 50 Jahre nach dem Start der Voyager 1.

Hier verdichtet sich alles:

  • die Golden Record als zentrales Symbol
  • Musik als Botschaft ins Unbekannte
  • der Mensch als hörendes Wesen im Universum

Geplant ist eine Serie von Konzerten an besonderen Orten:

  • Sternwarten und Planetarien
  • akustisch markante Räume
  • Kooperationen zwischen Kunst und Wissenschaft

Der Sternenstaubchor und der Sonnenchor werden dabei gemeinsam auftreten –
Inklusion nicht als Zusatz, sondern als strukturelles Prinzip des Klangs.

Parallel entsteht:

  • eine CD-Produktion
  • eine Weiterführung des ODYMORPH-Kompendiums
  • neue dramaturgische Formate (u. a. „ZUNGENREDEN“ als Satellitensystem von FAUSTL)

FAUSTL – was bleibt

FAUSTL ist kein Ergebnis.
Er ist eine Haltung.

Er stellt eine einfache, aber radikale Frage:

Was geschieht, wenn Klang nicht als Produkt verstanden wird,
sondern als Form von Erkenntnis?

Dann wird Musik zu etwas anderem:

  • nicht Darstellung, sondern Erfahrung
  • nicht Besitz, sondern Bewegung
  • nicht Abschluss, sondern Fortsetzung

Oder in einer Verdichtung:

Je weniger die Liebe besitzt, desto mehr wird sie Klang.


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